Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter
Es ist schon wirklich viele Jahre her, dass ich diesen Film damals im Kino gesehen habe. Da waren die Bücher noch nicht mal alle erschienen. Als ich dann vor einigen Tagen begonnen habe wieder in die Welt von Christopher Paolini einzutauchen, war mir auch sehr schnell klar, dass ich auch diesen Film wieder einmal schauen möchte. Dies habe ich nun gestern Abend getan und nun sitze ich hier und haue meine Meinung in die Tasten.
Anmerken möchte ich vorab noch, dass ich den Film gemeinsam mit Henny (die ihr auch von diesem Blog hier kennt) und meinem Sohn geschaut habe, die beide übrigens die Bücher nicht kennen. Hierbei ist ein spannender Vergleich zustande gekommen, denn eines direkt noch vorweg: Ich finde das dieser Film als Buchverfilmung betrachtet leider nicht gut funktioniert hat. Als alleinstehender Film kam er bei meinen beiden Kindern (12 & acht Jahre alt) aber gut an.
Nun aber zum reinen Vergleich: Direkt zu Beginn fällt auf, dass die Urgals im Buch ganz anders ausgebaut sind. Im Film sehen sie einfach aus wie geschminkte Menschen, im Buch wirken sie auf mich einfach monströser mit ihren Hörnern etc. In den Büchern sind sie eine andere Gattung Lebewesen, was sie ungreifbarer macht, wobei man anmerken muss, dass ich finde, dass dieser Punkt in den nächsten Bänden durch die Begegnungen mit – zumindest einzelnen – Urgals ziemlich aufgebrochen wird. Im Film wirkten sie auf mich einfach wie ein anderes „Volk“.
Direkt am Ende des Epilogs gab es den einen Moment, er mir klar machte, dass ich in den nächsten Filmminuten von der Umsetzung einfach enttäuscht sein werde, denn die Ankunft des Eis bei Eragon ist im Buch ein richtiger Wendepunkt. Man merkte beim Lesen einfach, dass dies DER Moment war, der alles ins Wanken bringen würde. Im Film war es gefühlt ein Bruchteil einer Sekunde und irgendwie nicht so episch. Leider weiß ich nicht, wie ich das anders erklären soll.
In einer späteren Szene, die es so in der Vorlage gar nicht gab, in meinen Augen aber wirklich Sinn gemacht hat: Im Dorf, in dem Eragon lebt, werden junge Männer als Soldaten eingezogen. Der im Buch nur erwähnte Konflikt, wird somit wirklich greifbar. Schade fand ich nur, dass der Weggang Rorans im Film als Fahnenflucht beschrieben wird, wohingegen er im Buch versucht sich ein eigenes Leben aufzubauen, damit er später seiner Herzensdame einen Antrag machen kann.
Ein weiterer Kniff, den ich unter filmischen Aspekten verstehen konnte, für mich aber als Buchfan störend war: Saphira altert im Film innerhalb weniger Sekunden, was meine Kinder vermuten ließ, dass hier ein Zauber seine Finger im Spiel hatte. Dabei sollte dies ja eigentlich nur ein „Vorspulen“ sein.
Ein Punkt, der mich aber fast schon sauer machte, war der, dass Broms Geschichte beziehungsweise die Personen, die involviert sind, stark abgewandelt wurde. Broms Geheimnis ist im Buch auch Saphira bekannt, die dieses Eragon gegenüber aber nicht erwähnt, weil sie auch Brom gegenüber verpflichtet ist. Ein bedeutender Moment, der einen kurz sogar an der Bindung zwischen Drache und Reiter hat schwanken lassen. Gleichzeitig hat dieser Moment aber auch dafür gesorgt, dass man merkte wie übergreifend diese geistigen Verbindungen sind, die die Drachen eingehen, wenn sie mit Menschen kommunizieren. Im Film war das einfach eine nette „Erzählstunde“.
Und dann ein Punkt, der diesen Film zumindest als Buchverfilmung komplett auf den Kopf gestellt hat: Ab Broms Tod ist einfach nichts mehr im Film wie es im Buch war. Das sind aber so viele Änderungen, dass ich diese nicht alle einzeln aufzählen kann und möchte.
Eine Sache ist mir aber noch wichtig: Die Zwerge als ganze Kultur wurden einfach komplett weggelassen.
Dennoch war es ein schöner Filmabend mit meinen Kindern und irgendwie gehören solche Verfilmungen zum Leben eines wahren Buchnerds doch auch irgendwie dazu.

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