Bridgerton Staffel 1 vs. Bridgerton – Der Duke und ich
Selten hat mich diese Rubrik so fragend zurückgelassen, wie in diesem Fall! Man muss vielleicht erwähnen, dass ich die erste Staffel bereits vor einigen Jahren gesehen hatte und erst im Nachhinein nun das Buch gelesen habe. Wichtig für diesen Vergleich finde ich, dass man auch die Erscheinungsdaten im Blick behalten muss, hat das Buch im Original nun auch knappe 30 Jahre bereits auf diesem Planeten verbracht. Da es sich hier um einen Vergleich zweier Medien handelt, habe ich mich ausnahmsweise entschlossen auch vor Spoilern nicht zurückzuschrecken. Das soll für meine Verhältnisse schon was heißen.
Also: Mir gefällt der dramaturgische Aufbau im Buch einfach besser als der der Serie. Die Beziehung zwischen Daphne und Simon baut sich irgendwie stimmiger auf. Es ist in der Serie schon ein wenig aus heiterem Himmel, das ganze Arrangement mit der vorgespielten aufkeimenden Romanze zwischen unserem „Hauptpärchen“. Einige Dinge, von denen ich bereits weiß, dass sie in späteren Staffeln wichtig werden, beispielweise das geldbringende Geschäftsmodell hinter der Veröffentlichung von Lady Whistledown, kommen in der Serie einfach zu kurz. Nicht falsch verstehen: Kürzungen beziehungsweise Änderungen sind bei einem Mediumswechsel nötig und sorgen manchmal auch dafür, dass die Geschichte in manchen Aspekten sogar durchaus runder werden kann. Solche Dinge finde ich aber manchmal einfach nur dumm. Man provoziert einfach Unstimmigkeiten, die es im Original gar nicht gegeben hatte.
Eine Änderung, die mir aber besser gefallen hat, als es im Buch war: im Buch wird Anthony recht schnell in den Plan des Dukes und Daphnes eingeweiht. In der Serie aber wird der Beziehung zwischen Anthony und seiner Schwester weitaus weniger Platz eingeräumt, davor wirkt die Mutter, Violet, in meinen Augen einfach herzlicher und enger in der Beziehung. Daher war es für mich nur konsequent, dass sich hier Daphne ihrer Mutter anvertraut.
Nun zu den Änderungen, die sich für mich gar nicht gut einfinden konnten: Die Königin kommt im Buch gar nicht vor, und Daphne ist dementsprechend auch nicht der Diamant der Season, im Gegenteil, sie gilt schon fast als Problemfall, da sie bereits in der zweiten Season ist und die jungen Männer sich eher an sie als Freundin, denn als romantische Person wenden. Doch nicht nur die Königin, sondern auch die „Jagd nach Whistledown“ nehmen in der Serie einen viel größeren Stellenwert ein. Im Buch wird sich natürlich gefragt, wer sie ist aber das ist eher im Hintergrund zu sehen.
Zuletzt wäre da noch die größte Änderung: Ohne Königin, kein Prinz. Die ganze Geschichte um den Prinzen, die in der Serie schon fast anstrengend wird, ist im Buch (in meinen Augen: glücklicherweise) gar nicht vorhanden und wird auch nicht gebraucht. Im Gegenteil: Die Beziehung zwischen Simon und Daphne bekommt hier viel mehr Platz eingeräumt, als es bei Netflix der Fall ist.
Eine Sache, die mich wirklich interessiert hat, bevor ich das Buch gelesen hatte: Die Vielzahl an Spice-Szenen. Diese gibt es im Buch natürlich auch, aber weitaus besser in die Handlung eingebettet und nicht so plakativ „provozierend“, wie es teilweise im Buch wirkt.
Auch gibt es noch einige Charaktere, die sich mir in der Serie noch ganz anders präsentieren als im Buch, da diese aber vielleicht erst in „ihrem“ eigenen Buch so wirklich in den Vordergrund treten, halte ich mich mit einer Beurteilung in diesem Punkt noch zurück.
Auf jeden Fall gibt es hier noch einige Dinge, auf die ich mich in den Folgebänden freue und gespannt bin, wie diese umgesetzt worden sind.

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