Meine Meinung zur Harry Potter Saga

Jahrelang war es bei mir immer das Gleiche: Kaum näherten sich die Sommerferien juckte es mir in den Fingern wieder nach Hogwarts einzutauchen. Fast die gesammte Schulzeit hindurch habe ich jedes Jahr alle bzw. alle bisdahin erschienen Harry Potter Bände wieder inhaliert.

Wie das so oft ist: Irgendwann verändern sich die Interessen. Ich habe die zauberhafte Welt, die J. K. Rowling vor all den Jahren entwickelt hat natürlich nie ganz vergessen, aber sie trat schon ein wenig in den Hintergrund. Doch letzte Weihnachten war es dann soweit: Ich habe voller Begeisterung den ersten Band geschnappt und ihn gemeinsam mit meiner Tochter, die mittlerweile übrigens im magischen Alter von 11 Jahren angekommen ist, gelesen. Abwecheselnd haben wir uns die Seiten vorgelesen und sind immer tiefer in die Verliese unter Gringotts eingetaucht, haben den Hogwarts-Express bestiegen und sind mit den Besen über das Quidditch-Feld geflogen. Ich fand es besonders schön zu beobachten, wie meine Tochter diese Welt das erste mal für sich entdecken konnte.

Nun ist es aber nunmal bekannterweise so, dass in den letzten Jahren J. K. Rowling nicht mehr das unbeschriebene und durchaus sympathische Schriftstellergenie geblieben ist, wie wir sie Ende der 1990elr kennen gelernt haben. Viele ihrer Aussagen haben auch mich natürlich zum Nachdenken gebracht und haben auch in mir die Diskussion aufkommen lassen, wie sehr man Kunst und Künstlerin voneinenander trennen darf beziehungsweise sollte.

Und was soll ich sagen: Selbst jetzt, wo ich hier sitze und diese Zeilen tippe, bin ich mir da ehrlich gesagt immer noch nicht so sicher. Die Potter-Saga hat für mich auch immer aus emotionalen Gründen einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Erinnerungen sind mit diesen Büchern verknüpft, meine Leidenschaft für’s Lesen ist durch diese Reihe in mir entfacht worden und so weiter und so weiter. Und auch jetzt wieder beobachten zu können, wie sehr die Augen meiner Tochter aufleuchteten, als wir das erste Mal Hogwarts gemeinsam betreten hatten. Wie mein Sohn sich auch ins Zimmer “geschlichen” hat um dieser Geschichte zumindest teilweise lauschen zu dürfen.

Doch all dies verblasst so ein wenig, wenn man sich die Äußerungen auf Twitter & Co. anschaut. Es ist wirklich nicht schön zu beobachten, wie Menschen darunter leiden, dass es auch im 21sten Jahrhundert noch nicht möglich zu sein scheint einfach er/sie/they selbst zu sein. Dass es Menschen gibt, die sich selbst davon angegriffen fühlen, weil andere zu sich gefunden haben. Und auch, wenn Rowling selbst nicht aktiv zu Misshandlungen physischer uns psychischer Natur beitragen möchte, wie sie zumindest mal in einem Interview gemeint hat (meiner Meinung nach fallen solche Kommentare aber bereits durchaus schon in diese Richtung), öffnet sie mit solchen intoleranten Aussagen in meinen Augen durchaus Tür und Tor.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe mich entschieden Kunst und Künstlerin bedingt zu trennen. Die Bücher und haptischen Filme, die ich noch zuhause habe, werde ich auch behalten und sicherlich auch noch das ein oder andere mal lesen und schauen. Neue Produkte egal ob in Buch oder Merch-Form werde ich nicht mehr kaufen. Auch werde ich ihr und ihren Büchern (auch, wenn es mir wirklich ein bisschen das Herz bricht) keine Plattform mehr bieten. Nach diesem Beitrag werden die Begriffe Harry Potter, Rowling (und deren Pseudonyme) hier auf dieser Seite keine Plattform mehr haben!

Ich bitte alle, die dies hier lesen, meine Meinung, meinen Umgang mit der Situation zu akzeptieren und respektvoll in den eventuell aufkommenden Kommentaren miteinander umzugehen.

Ich wünsche euch dennoch jetzt erst einmal viel Spaß bei eurer jeweiligen Lektüre.

Bis bald!

Euer Marc


Posted

in

, ,

by

Comments

Leave a comment